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„I CAPULETI E I MONTECCHI“ – Belcanto-Glanz im kleinsten Theater Bayerns

Mit Vincenzo Bellinis Oper „I Capuleti e i Montecchi“ ist der Kammeroper Weißenhorn ein eindrucksvoller Neustart gelungen. Die Aufführung stand zugleich im Gedenken an den langjährigen Vorsitzenden Heinrich Graf und markierte den Beginn einer neuen Ära unter der künstlerischen Leitung von Kammersängerin Diana Haller.

Die hochkarätige Besetzung, die eigens für das Kammertheater entwickelte Fassung sowie die außergewöhnliche musikalische Qualität begeisterten Publikum und Presse gleichermaßen. Besonders hervorgehoben wurden Diana Hallers Weltklasse-Interpretation der Romeo-Partie sowie die intime Atmosphäre des kleinsten Theaters Bayerns, die Bellinis Musik in besonderer Weise erlebbar machte.

Die ausführliche Rezension finden Sie in der vollständigen Presseveröffentlichung.

Weißenhorner Kammeroper erinnert mit besonderer Aufführung an Heinrich Graf

Mit einer besonderen Aufführung von Vincenzo Bellinis Oper „I Capuleti e i Montecchi“ erinnerte die Kammeroper Weißenhorn an ihren langjährigen Vorsitzenden Heinrich Graf, der den Verein über Jahrzehnte mit großem Engagement, künstlerischem Gespür und persönlichem Einsatz geprägt hat. Die Gedenkvorstellung würdigte sein Lebenswerk und seine Verdienste um die Entwicklung der Kammeroper zu einer weit über die Region hinaus geschätzten Kulturinstitution.

Unter der Regie von Kammersängerin Diana Haller und mit einer hochkarätigen Besetzung wurde Bellinis Meisterwerk zu einem bewegenden Opernerlebnis. Publikum und Presse zeigten sich gleichermaßen begeistert und würdigten die Aufführung als eindrucksvolle Hommage an einen Menschen, dessen Leidenschaft für die Oper die Kammeroper Weißenhorn bis heute prägt.

Mezzo-Star Diana Haller übernimmt die künstlerische Leitung

Neue Aufgabe als künstlerische Leiterin der Kammeroper Weißenhorn:
Die Sängerin Diana Haller.

„Der Tag hat 24 Stunden, und schlafen muss man nicht“, sagt Diana Haller und lacht. Telefonisch meldet sich die Mezzosopranistin aus Lubiljana, der Hauptstadt Sloweniens, wo sie derzeit am Opernhaus für Rossinis „Il viaggio a Reims“ probt. Die 38-jährige Kroatin ist ein international gefragter Koloraturen-Star und Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, wo sie ab Dezember wieder als Donna Elvira in Mozarts „Don Giovanni“ zu erleben sein wird. Aber jetzt hat sie noch einen ganz anderen Job: als Vorsitzende und künstlerische Leiterin des Vereins der Kammeroper Weißenhorn. Sie sei sehr glücklich über diese neue Aufgabe, sagt Diana Haller im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. Es ist ihre erste Leitungsfunktion in einer Kultureinrichtung - und gewissermaßen der Praxistest, sie belegt ein Fernstudium im Fach Kulturmanagement an der Hochschule in Hamburg. Und schon ein erstes Programm für Weißenhorn hat die so energiegeladene Sängerin zusammengestellt: einen „Goethe-Liederabend“ am 30. November, 16 Uhr, in der Stadthalle. Zusammen mit Wilhelm Schwinghammer (Bass) und Rita Kaufmann (Klavier) präsentiert sie verschiedene Vertonungen von Goethe-Gedichten - das Publikum wählt dann, ohne zu wissen, von welchem Komponisten das jeweilige Stück stammt, seinen Favoriten. Und zwar angeleitet von Harald Schmidt, dem Schauspieler und Entertainer, als Rezitator.

In Weißenhorn ist Diana Haller keine Unbekannte, sie ist dort oft in kammermusikalischen Aufführungen unter Heinrich Graf aufgetreten, etwa als Adalgisa in Bellinis „Norma“. Der langjährige Leiter der Kammeroper hatte immer gute Beziehungen zur Staatsoper Stuttgart gepflegt. Am 13. Juni 2025 verstarb Graf nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren. In einer Traueranzeige schrieben die Sängerin und das Team der Kammeroper: „Mit ihm verliert die Kulturlandschaft einen außergewöhnlichen Musiker sowie einen leidenschaftlichen Förderer der Oper und junger Talente.“ Zur Erinnerung an Heinrich Graf ist im kommendem Jahr, an seinem ersten Todestag, ein Gedenkkonzert geplant.

Weißenhorner Kammeroper: Ein vielversprechender Neustart mit Goetheliedern und Harald Schmidt

Die Kammeroper Weißenhorn lockt 180 Gäste zur Auftaktveranstaltung. Entertainer Harald Schmidt moderierte, Diana Haller und Wilhelm Schwinghammer schufen musikalische Glanzpunkte. Von Florian L. Arnold

Als der langjährige Leiter und Spiritus Rector der Kammeroper Weißenhorn, Heinrich Graf, im Juni 2025 verstarb, war es bereits ruhig geworden um die einst rührige Veranstaltungsreihe. Doch mit der neuen Leitung ist eine Fortsetzung im Sinne Grafs gefunden: Diana Haller, Kammersängerin der Staatsoper Stuttgart, wird fortan die Geschicke der Kammeroper leiten.
Haller, Mezzosopranistin, wurde in Rijeka, Kroatien, geboren. Sie studierte Gesang zunächst in ihrer Heimatstadt, anschließend am Conservatorio di Musica Giuseppe Tartini in Triest, an der Royal Academy of Music in London sowie in Stuttgart bei Dunja Vejzović. Sie arbeitete mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und Concerto Köln und war auch in Weißenhorn immer wieder zu Gast.

Warum Harald Schmidt auch Klassik kann

Die neue Kammeroper unter ihrer Ägide eröffnete nun mit einem Goethe-Liederabend in der Stadthalle. Moderiert wurde der Abend von Entertainer Harald Schmidt. Wer sich fragt, wie der Satiriker zur Klassik kommt, muss nur bedenken, dass Schmidt einmal selbst Kirchenmusik studierte und sich neben seinem Beruf als Satiriker stets als Schauspieler im Theater engagierte. Eine gewisse Berührung mit Goethe war wohl unvermeidlich. Doch die Prominenz des Moderators sollte die Strahlkraft der musikalischen Gäste nicht in den Schatten stellen: Neben Haller selbst stand Wilhelm Schwinghammer auf der Bühne – er gehört zum führenden Basso‑Fach seiner Generation. Am Flügel spielte exquisit Rita Kaufmann, als Liedbegleiterin und Kammermusikpartnerin regelmäßig bei internationalen Festivals wie dem Kammermusikfestival Nürnberg und dem Festival „Fränkischer Sommer“. Der Abend präsentierte ein gelungenes Format: jeweils drei Vertonungen von insgesamt sechs Goethe-Texten, darunter bekannte Werke wie „Der Erlkönig“, dessen düsterer Gehalt Wilhelm Schwinghammer mit großer Sangeskunst abzumildern verstand. Carl Löwe, Emilie Mayer und Franz Schubert vertonten Goethes Ballade, und das Publikum durfte sich aus jedem Programmpunkt seinen Favoriten aussuchen. Bemerkenswerterweise war dies nicht immer die bekannteste Fassung.

Grandios gesungenes Musik-Quiz mit Diana Haller und Harald Schmidt

Neue Aufgabe als künstlerische Leiterin der Kammeroper Weißenhorn: Die Sängerin Diana Haller.

Originell, unterhaltsam, musikalisch beglückend: Ein „Goethe-Liederabend“ mit Diana Haller, Wilhelm Schwinghammer, Rita Kaufmann (Klavier) und einem launigen Moderator. Von Jürgen Kanold

17. Juni 2026Interviews

Interview: „Diana Haller“, Mezzo-Sopran

OF: Liebe Frau Haller, es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass Sie eine der besten Sängerinnen der Stuttgarter Staatsoper sind, der Sie seit der Spielzeit 2010/11 angehören. Was bedeutet es für Sie, an einem so großen, renommierten Haus engagiert zu sein?

H: Für mich ist die Staatsoper Stuttgart längst zu einer künstlerischen und persönlichen Heimat geworden. Ich kam bereits 2009 im Alter von 22 Jahren nach Stuttgart und wurde zunächst in das Opernstudio aufgenommen, während ich gleichzeitig an der Musikhochschule studierte. Dass sich daraus eine so lange und intensive Zusammenarbeit entwickeln würde, verdanke ich einem Vorsingen, bei dem mich die damalige Leitung entdeckt hat. Es ist für mich eine große Freude, Ehre und zugleich auch Verantwortung, an einem derart renommierten Haus über so viele Jahre hinweg tätig sein zu dürfen. Besonders wichtig ist mir zu betonen, dass es heute keineswegs selbstverständlich ist, dass ein Opernhaus eine Sängerin über einen so langen Zeitraum begleitet, fördert und ihre Entwicklung unterstützt. Zwischen mir und der Staatsoper Stuttgart besteht deshalb eine besondere Verbindung. Ich liebe dieses Haus, das größte Drei-Sparten-Theater der Welt, aus vollem Herzen. Ich hatte das große Glück, diese Unterstützung nicht nur unter einer Theaterleitung, sondern unter mehreren Intendanzen erleben zu dürfen. Gerade die Möglichkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und auch neue künstlerische Wege zu gehen, macht die Staatsoper Stuttgart für mich zu einem ganz besonderen Ort.

OF: Welchen Stellenwert messen Sie dem Operngesang allgemein zu?

H: Es ist kein Geheimnis, dass die Oper heute herausfordernde Zeiten erlebt. Die Menschen haben inzwischen ein riesiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten – live wie auch digital. Das Internet macht vieles jederzeit verfügbar, und dadurch verändert sich auch das kulturelle Verhalten unseres Publikums. Trotzdem bin ich fest davon überzeugt – nicht nur als Sängerin, sondern auch als Leiterin der Kammeroper Weißenhorn -, dass Oper und Theater für unsere Gesellschaft unverzichtbar sind. Große kulturelle Traditionen müssen weiterleben, weil sie uns geistig und seelisch bereichern. Kunst vermag Menschen empfindsamer, reflektierter und vielleicht sogar besser zu machen. Theater kann eine echte Katharsis auslösen. Schon in der Antike gingen die Menschen regelmäßig ins Theater, weil sie wussten, welche emotionale und gesellschaftliche Kraft darin liegt. Für mich besitzt die Oper dabei noch eine zusätzliche Dimension, weil sie Musik und Theater miteinander verbindet. Theater allein ist bereits ein Gesamtkunstwerk – mit Musik wird daraus vielleicht die intensivste Kunstform überhaupt. Besonders faszinierend finde ich außerdem, dass Oper ohne Mikrofon funktioniert. Die menschliche Stimme erreicht das Publikum allein durch Gesangstechnik, Körperarbeit und jahrelanges Studium – direkt, unverfälscht und körperlich spürbar. Diese Schwingung berührt Menschen oft auf einer sehr tiefen Ebene. Ein Zuschauer sagte einmal nach einer Vorstellung zu mir: Ich sitze in der fünfzehnten Reihe, aber wenn Sie singen, fühlt es sich an, als würden Sie direkt neben mir stehen. Genau darin liegt für mich die Magie der Oper. Wichtig ist mir auch, dass Oper nicht als elitärer Raum verstanden wird. Man muss nicht perfekt gekleidet sein oder besondere Vorkenntnisse haben. Jeder soll kommen dürfen, wie er ist. Entscheidend ist nur, dass man sich auf dieses Erlebenis einlässt, denn ein solches Gesamtkunstwerk ist einzigartig.

Interview: „Diana Haller“, Mezzo-Sopran – Der Opernfreund

c) Martin Sigmund

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